Über Wohniq

Woher kommt Wohniq?

Ich habe das Glück, einen Vermieter zu haben, der Mietzinsreduktionen proaktiv weitergibt. Wenn er das nicht täte — ich hätte wahrscheinlich nie gewusst, dass ich das einfordern kann. Viele meiner Freunde wissen es bis heute nicht. Und ich vermute, dass es den meisten Mietenden in der Schweiz genauso geht.

Das ist kein technisches Problem. Es ist ein menschliches. Dieses Recht steht nicht im Mietvertrag. Es wird nicht kommuniziert. Es gibt keine Erinnerung, keine Frist, keinen offiziellen Brief, der sagt: "Der Referenzzinssatz ist gesunken — du hast Anspruch." Wer es nicht zufällig erfährt, erfährt es gar nicht.

Und wer es doch erfährt, hat oft Angst. Angst vor der Reaktion der Hausverwaltung. Angst, als schwieriger Mieter zu gelten. In Genf und der Romandie kursiert hartnäckig der Mythos einer schwarzen Liste — Verwaltungen, die "problematische" Mietende unter sich austauschen sollen. Dieser Mythos ist nachweislich falsch. Die ASLOCA Genf nennt ihn eine Legende. Der Präsident des Immobilienverbands bestätigt: es gibt keine schwarze Liste. Und das Schweizer Recht schützt dich nach einem Herabsetzungsbegehren drei Jahre lang vor missbräuchlicher Kündigung. Aber die Angst bleibt — weil sich das Ganze nicht normal anfühlt. Sondern wie ein Streit, den man lieber vermeidet.

Eine Studie der Zürcher Kantonalbank hat mich dann wirklich aufgeweckt: 88% der berechtigten Mietenden in der Schweiz fordern ihre Reduktion nie ein. In Zürich, wo über ein Drittel der Bevölkerung aus dem Ausland stammt und das Schweizer Mietsystem schlicht nicht kennt, sind es sogar über 70%. Ich war fassungslos. Nicht über das Recht — das existiert, klar und eindeutig. Sondern über die Stille drumherum.

Es gibt Apps und Institutionen, die beim Erstellen und Einreichen von Herabsetzungsbegehren helfen. Mieterverbände bieten Beratung. Rechner existieren. Aber die Menschen nutzen sie nicht genug — nicht weil die Werkzeuge fehlen, sondern weil niemand offen darüber redet. Weil es sich nicht normal anfühlt. Sondern wie ein Streit, den man lieber vermeidet — dabei ist es reine Verwaltung.

Das ist das Problem, das Wohniq lösen will. Kein Tool-Problem. Ein Normalisierungsproblem.


Zweck und Mission

Zweck

Komplexe rechtliche Strukturen zugänglich machen — für alle, nicht nur für jene mit den richtigen Ressourcen oder Kontakten.

Mission

Mietzinsreduktionen normalisieren. Sichtbar machen, dass das alltäglich ist — und dass es keine Angst braucht.

Was Wohniq werden will

Der Mechanismus der Mietzinsreduktion basierend auf dem Referenzzinssatz ist — soweit wir wissen — weltweit einzigartig. Nicht selbstverständlich, nicht bekannt, nicht erklärt. Wohniq will das ändern: durch ein öffentliches Verzeichnis aller Begehren in der Schweiz.

Jedes Begehren, das über Wohniq oder über einen unserer Partner eingereicht wird, erscheint anonym im öffentlichen Ledger. Mietende sehen, was Nachbar:innen erreicht haben. Hausverwaltungen sehen, dass ihr Verhalten gemessen wird. Und alle — Mietende, Institutionen, Forschende, Behörden — können sehen, wie dieses Recht in der Praxis funktioniert.

Damit die Anonymität gewahrt bleibt, erhalten Teilnehmende einen historischen Namen — Personen, die Rechte gegen mächtige Institutionen durchgesetzt haben: Rosa, Nelson, Emmeline, Harvey, Sophie. Namen, die erinnern, dass Rechte nicht selbstverständlich sind. Und dass sie es wert sind, eingefordert zu werden.

Als natürliches Nebenprodukt dieser Transparenz entsteht der Wohniq-Score: ein öffentliches Mass dafür, wie Hausverwaltungen mit Herabsetzungsbegehren umgehen. Nicht als Druckmittel gedacht — sondern als Konsequenz davon, dass endlich offen über etwas gesprochen wird, das schon immer normal war.

Wie Partner mitmachen

Wohniq bietet eine offene Partner-API an. Apps und Institutionen, die Mietenden beim Erstellen und Einreichen von Begehren helfen, können diese direkt über die API an Wohniq melden und Statusupdates posten. Wohniq zeigt, welches Tool oder welche Institution das Begehren eingereicht hat. Die API ist und bleibt kostenlos.

Das Ziel ist kein Konkurrenzprodukt. Es ist eine neutrale Plattform, die dazu beiträgt, dass endlich offen über dieses Recht gesprochen wird — und dass es sich normal anfühlt, es einzufordern.


Wer steckt dahinter

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Marc Jost

Gründer · IT-Architekt · Bern

Ich bin IT-Architekt mit über einem Jahrzehnt Erfahrung darin, Technologie und Business zusammenzubringen — zuerst bei ipt Innovation Process Technology, wo ich als Principal IT Architect und Director tätig war, heute beim Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT).

Mein Hintergrund ist bewusst hybrid: Software-Entwickler von Grund auf, dann ein Master in Betriebswirtschaft an der Universität Bern. Ich glaube, dass die besten Lösungen entstehen, wenn Technik und Business einander wirklich verstehen. Wohniq ist genau das: ein technisches Problem mit einem menschlichen Kern.

Ich mag klare Aussagen, halte nichts von Lösungen, die nur auf Papier funktionieren, und glaube daran, dass Technologie echten Mehrwert schaffen muss — für echte Menschen. Wohniq ist mein Versuch, das zu tun.

🎓 MSc Betriebswirtschaft, Universität Bern 📍 Bern, Schweiz LinkedIn

Das Unternehmen

Wohniq ist ein Produkt der Digital Front GmbH, einem in Bern ansässigen Technologieunternehmen.

Digital Front GmbH

UID: CHE-115.048.513

Handelsregistereintrag (Zefix)

UID-Register


Weitere Ressourcen

Wohniq ergänzt bestehende Angebote — wir ersetzen sie nicht. Hier findest du weitere hilfreiche Anlaufstellen rund ums Schweizer Mietrecht:

Mieterinnen- und Mieterverband (MV)

Der grösste Mieterverband der Deutschschweiz. Bietet Rechtsberatung, Musterbriefe und lokale Sektionen in allen Kantonen. Mitgliedschaft empfohlen für komplexe Fälle.

ASLOCA — Association suisse des locataires

Das Pendant zum MV in der Romandie und im Tessin. Bietet Rechtsberatung auf Französisch und Italienisch.

Bundesamt für Wohnungswesen (BWO)

Offizielle Quelle des Referenzzinssatzes. Publiziert den Satz vier Mal im Jahr und stellt Informationen zum Schweizer Mietrecht bereit.

Schlichtungsbehörde finden

Bei Streitigkeiten mit deiner Vermieter:in ist die kantonale Schlichtungsbehörde die erste Anlaufstelle. Das Verfahren ist kostenlos.


Kontakt

Fragen, Feedback, oder einfach ein kurzes Hallo? Ich freue mich von dir zu hören.

wohniq@digital-front.ch